Thomas W. H. Koppermann
präsentiert:
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(Stand: 18.11.2007)
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Die WELTE® Funkorgel
im Studio 1 des NDR®
(Norddeutscher Rundfunk)
in Hamburg
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Hinweis: Die meisten Bilder lassen sich per [Rechtsklick > Grafik anzeigen] vergrößert darstellen.
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Seit meiner Kindheit bin ich ein Fan dieser Orgel, denn damals lauschte ich gespannt am Radio den täglichen Kurzsendungen, in denen der berühmte Organist Gerhard Gregor bekannte und beliebte Melodien auf der Funkorgel spielte. Wie diese Orgel aussah oder aufgebaut war, war mir damals nicht bekannt, ich liebte halt ihren Klang.
Leider geriet dieses Instrument in den späteren Jahren meines Lebens bei mir etwas in Vergessenheit, denn die regelmäßigen Radiosendungen mit der Funkorgel gab es irgendwann nicht mehr, das Fernsehen wurde populär und andere Hobbys und Interessen wurden wichtiger.
Dabei ist es schon merkwürdig, dass ein Hamburger wie ich, der eine solch wundervolle Orgel in seiner Stadt hat, erst jetzt, nach so langer Zeit (immerhin sind einige Jahrzehnte vergangen) wieder Kontakt zur Theaterorgel bekommt.
(Ehrlich gesagt: Ich wusste gar nicht, dass die WELTE® Funkorgel überhaupt noch existiert - man hörte ja in der Öffentlichkeit - außer in klassisch interssierten Kreisen - kaum mal etwas darüber.)
Dank Internet konnte ich jetzt meine Liebe zu Theaterorgeln wiederentdecken und begann irgendwann zu recherchieren, und ich fand eine ganze Menge, was mich doch sehr erstaunte - und hoch erfreute.
Seit Oktober 2006 bin ich nun endlich Mitglied der "Freunde der WELTE®-Funkorgel Hamburg e. V.", einem kleinen Verein mit etwas über 50 Mitgliedern, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Funkorgel des NDR spielbereit zu erhalten sowie Vorführungen dieser historischen Theaterorgel und Konzerte darauf zu veranstalten.
So hatte ich im Oktober 2006 erstmals Gelegenheit, im NDR-Funkhaus eine Veranstaltung zu besuchen, in der der Stummfilm-Organist Robert Israel aus den USA unter anderem den legendären Buster-Keaton-Stummfilm "Der General" live auf der WELTE® Funkorgel musikalisch perfekt begleitete. (Wer weiß, wie lang der Film ist, kann sich vielleicht vorstellen, welche Schwerstarbeit es für den Organisten sein muss, voll konzentriert und ohne Unterbrechung die passende Musikuntermalung zu erzeugen!)

Gespannt erwarten die Zuhörer den Auftritt des Künstlers - die Orgel ist bereit.

Die "WELTE®" präsentiert sich in einem eher schlichten Stil - nicht so verspielt und pompös
wie z. B. die bekannten "Mighty WURLITZER®" Orgeln - was zählt, sind ja die "inneren Werte".

Drei 61-Tasten-Manuale und ein 30-Tasten-Vollpedal, ...

... 150 Schalter für 128 Spielregister, Koppeln u. a.

Das kompliziert anmutende Schalter-Tableau links neben dem Spieltisch bietet
8 "freie Kombinationen", die sich die Organisten z. B. vor ihren Konzerten einrichten
und während des Spielens durch einfachen Tastendruck an der Konsole abrufen können.

Links unten am Spieltisch gibt es noch ein später hinzugefügtes Miniatur-Manual
für das einstimmige elektronische Instrument HAMMOND® SOLOVOX®.

Fußschalter, Fußtasten und Schwellpedale
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Am 17.11.2007 hatte ich die Möglichkeit, die WELTE® Funkorgel des NDR® auch mal "hinter den Kulissen" zu besichtigen. Herr Lamke, der die Orgel beim NDR® betreut, führte eine kleine Gruppe von interessierten Vereinsmitgliedern der "Freunde der WELTE®-Funkorgel Hamburg e. V." sehr informativ durch die engen und mit Technik vollgestopften Orgelkammern. Ich hoffe, meine folgenden Fotos können einen kleinen Eindruck davon vermitteln, wie es hinter den Jalousieblenden aussieht.

Damit eine Orgel arbeiten kann, braucht sie zunächst mal viel "Wind"
(so nennt der Orgelbauer die Luft für die Pfeifen usw.).
Hier das Gebläse, mit dem der Wind erzeugt wird. Es befindet sich in einem
separaten Raum hinter den Orgelkammern, damit das Laufgeräusch nicht im Studio zu hören ist.

Damit der Wind immer mit gleichmäßigem Druck vorhanden ist,
wird er in einem druckausgleichenden Magazin-Balg zwischengespeichert.
(Dieser befindet sich hinter der unteren Orgelkammer beim Gebläse.)
Die richtige Menge an Gewichten auf der oberen Balgplatte
sorgt für den richtigen Winddruck in der Anlage.
(Im Gegensatz zu Kirchenorgeln arbeiten Kino-/Theaterorgeln mit recht hohem Druck.)

Weitere drei Ausgleichsbälge befinden sich im hinteren Bereich der oberen Orgelkammer.

Auch heute findet man in der Orgel noch immer die Original-Technik aus der Zeit ihres Aufbaus.

Hier sieht man von unten auf die Unterseiten der in die Windladen eingebauten,
elektrischen Tonventilmagnete mit den zu kleinen Spiralen geformten Anschlussdrähten.


Zahlreiche Register ("Ranks") mit Holz- oder Metallpfeifen ...

... sorgen für eine unglaubliche Klangfülle.

Da gibt es die kleinen Zungenstimmen (z. B. "Trompeten") ...


... und die bis zu raumhohen Holz- ...

... und Metallpfeifen.

Und wo die Raumhöhe für die tiefsten Töne nicht ausreicht, sind die Pfeifen
unter der Decke abgewinkelt, um die notwendige Länge unterzubringen.

Hier die Mixturpfeifen, die bei Theater-/Kinoorgeln eher unüblich sind.

Im Vordergrund die Röhrenglocken mit den zugehörigen Schlägeln.

Und hier die untere Reihe der Röhrenglocken.
Wie man an der Bälgchen (unten) und der Holzmechanik erkennt, werden die
Glockenschlägel nach Eintreffen des elektrischen Impulses pneumatisch ausgelöst.

Dieses Bild zeigt das vertikal montierte Marimbaphon.
Auch dieses Instrument wird elektropneumatisch angesteuert.

Und hier die Rückseite des Marimbaphons mit den Resonanzröhren.

Kleine Perkussionsinstrumente wie Kastagnetten (links), Tambourin mit Schellenring (halblinks),
Holzblock (Mitte) und kleinen Trommeln (Mitte/rechts) gibt es zum einen in der oberen Kammer ...

... und zum anderen in der unteren Orgelkammer, wie hier zu sehen.

(unten im Bild die Ventilmagneten, die den Wind zu den Bälgchen freigeben)

Die Lautstärkeeinstellung der jeweiligen Orgelkammer geschieht über vertikale Jalousien,
deren Lamellen nacheinander einzeln (!) pneumatisch geöffnet bzw. geschlossen werden,
wenn der Organist die Tritte der Fußschweller betätigt (das Bild zeigt einige der Jalousiebälge).

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Multiplex-Technik, die für Kino-/Theaterorgeln typisch ist.
Auf elektropneumatische Art wird eine Art Matrix gebildet, die es ermöglicht,
jeden Ton jedes Registers auf jedem Manual bzw. dem Pedal spielbar zu machen,
was die Anzahl der notwendigen Pfeifen gegenüber Kirchenorgeln drastisch reduziert.

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Weitere, detaillierte technische und historische Informationen sowie Bilder
über die WELTE® Funkorgel des NDR finden Sie auf den Internet-Seiten der
"Freunde der WELTE®-Funkorgel Hamburg e. V.".
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und für wundervolle Konzerte zur Verfügung steht? Dann werden Sie doch Mitglied im Verein
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Konzerten auf der WELTE® Funkorgel des NDR und die Möglichkeit, die exklusiv nur hier erhältlichen
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